Liebe Mitglieder und Freunde des Winterhuder BürgervereinsRespekt – alltäglicher Beitrag für Frieden in unserer Gesellschaft. In diesen Tagen bereiten wir uns auf Weihnachten vor. Auch viele Menschen, die keine Christen sind, feiern das Fest der Liebe und des Friedens; denn die Wünsche danach und die damit verbundenen Werte sind universell. Da trifft uns die Nachricht vom rechten Terror. Überraschend? Nicht wirklich, denn fast 150 Opfer der Nazimörder waren in den vergangenen Jahren zu beklagen. Nur wollten wir dieses nicht zur Kenntnis nehmen. Gegen die unglaubliche Menschenverachtung dieser Taten können wir Zeichen setzen. Das müssen keine spektakulären Lichterketten sein. Wichtiger scheint mir, dass wir im Alltag aufmerksam sind und nicht wegschauen, dass wir uns zu Wort melden, wenn Menschen der Respekt versagt wird wegen einer Behinderung, aufgrund der fremden Herkunft, der anderen Hautfarbe, Religion oder Kultur. Respekt bedeutet nicht, dass wir alles gutheißen oder tolerieren müssen. Auf Fehlverhalten nicht zu reagieren, ist kein Respekt. Respekt heißt zunächst, dass Recht auf Würde bei anderen Menschen ernst zu nehmen. Wo bleibt der Respekt im Alltäglichen, wenn abfällige Bemerkungen über Homosexuelle oder ausländische Mitbürger gemacht werden? Wo, wenn an der Bushaltestelle rücksichtslos gespuckt wird. Warum ist es in Ordnung pauschal alle Politiker für dumm und korrupt zu erklären. Wieso streiten die Politiker in der Bürgerschaft nicht über die Ziele und Wege hin zu einer von Respekt geprägten Gesellschaft, sondern setzten sich allzu oft stattdessen gegenseitig persönlich herab? Warum setzten sich Menschen entwürdigenden Shows aus und vor allem: Warum schauen sich das andere Menschen mit Spaß und Häme an? Eine respektvolle Haltung schließt überzogenes egoistisches Verhalten und Menschenverachtung aus; wohlgemerkt, nicht Kritik. Mangelnder Respekt und Gleichgültigkeit sind der Nährboden für Menschenverachtung. Wohin dieser Weg führen kann, haben wir nicht nur in Deutschland erlebt. Aber wir können etwas dagegen tun – im ganz alltäglichen Miteinander. Besinnliche Weihnachten heißt es. Besinnen wir uns auf unsere gemeinsamen Wünsche und unsere gemeinsame Verantwortung. Jenspeter Rosenfeldt |

